Crash des Geldsystems - Währungscrash

“Inflation oder Deflation sind nur zwei Fremdwörter für Pleite.”

Carl Fürstenberg, deutscher Bankier, 1850–1933

Haben Sie vielleicht auch schon einmal in der Zeitung die Meldung gelesen, dass das Geldvermögen der Deutschen trotz der Schuldenkrise zugenommen hat? Ein Beitrag dieser Art in den Nachrichten zeigt, dass der Autor dieser Meldung die Funktionsweise unseres Geldsystems nicht verstanden hat.

Geldvermögen und Schulden sind in unserem Geldsystem das Gleiche. Die Summe aller Geldvermögen auf der Welt abzüglich aller Schulden ist zu jedem Zeitpunkt genau Null. Würden alle Schulden vollständig bezahlt, wäre kein einziger Cent Geld mehr übrig. Ein Geldschein ist also nichts anderes als ein Schuldschein. Er ist durch keinen realen Wert, wie z.B. Gold, gedeckt.

Im Jahr 2019 waren die Staaten, die Privathaushalte und die Unternehmen der Welt mit 325 Prozent des Bruttoinlandprodukt verschuldet, 75 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2007 (Quelle: Daniel Stelter). Die stetig zunehmende Verschuldung ist nur noch mit tiefen Zinsen tragbar. Deshalb kaufen die Zentralbanken mit frisch gedrucktem Geld große Mengen an Staats- und Unternehmensanleihen und halten damit die Zinsen niedrig. Die tiefen Zinsen treiben die Verschuldung weiter voran, weshalb wir in Zukunft eigentlich noch tiefere Zinsen oder sogar negative Zinsen benötigen, um die Schuldenlast tragen zu können.

Eine Nebenwirkung der niedrigen Zinsen ist die Zombifizierung der Wirtschaft. Ein immer größerer Teil der Unternehmen existiert nur noch, weil die Kreditzinsen sehr niedrig sind. Die Ressourcen, die diese Zombieunternehmen binden, sind Kapital, Arbeitskräfte und Marktanteile, die bei einem normalen Zinsniveau von produktiveren Wettbewerbern verwendet würden. Indem die Zombieunternehmen das Wachstum von produktiveren Unternehmen beschränken, werden Produktivitätsfortschritte und Wirtschaftswachstum verhindert.

Käme es zu einem Anstieg der Kreditzinsen, würden wir eine Insolvenzwelle dieser Zombieunternehmen in einem bisher nicht bekannten Ausmaß erleben. Damit müssten auch die Banken einen erheblichen Teil ihrer Kredite abschreiben. Es ist fraglich, ob die Reserven in den Bankbilanzen dafür ausreichen. Ohne eine Re-Kapitalisierung der Banken von außen würden wir sehr wahrscheinlich Insolvenzen von Banken erleben. Spätestens seit der Insolvenz der Bank Lehmann Brothers im Jahr 2008 wissen wir, dass dies zu einer heftigen Finanzkrise führen würde.

Die Zombifizierung der Wirtschaft fördert die Deflation, d.h. den anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Güter und Dienstleistungen. Dies führt dazu, dass Unternehmen nicht mehr investieren, weil Investitionen keinen Gewinn mehr versprechen und Konsumenten ihre Konsumausgaben möglichst nach hinten schieben, weil die Produkte immer billiger werden. Deflation führt dann zu einer schweren Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit. Die Notenbanken versuchen daher durch eine expansive Geldpolitik eine Deflation zu verhindern.

Eine expansive Geldpolitik führt zur Ausweitung der Geldmenge oder des Geldangebotes einer Zentralbank. Immer wenn es zu einer Krise in der Wirtschaft oder im Finanzsystem kam, waren die Notenbanken als Retter zu Stelle. Mit einer Flut an Liquidität in Form von zusätzlichem Zentralbankgeld versuchten sie die Lage zu stabilisieren und den Märkten das Vertrauen zurückzugeben. Die Geldsummen, die die Notenbanken dabei einsetzen müssen, steigen dabei von Krise zu Krise massiv.

Bisher hat diese Ausweitung der Geldmenge noch zu keiner gravierenden Inflation, d.h. einem Anstieg der Konsumgüterpreise, geführt. Stattdessen stiegen die Bewertungen von Aktien, Immobilien und Gold auf ein Rekordniveau. Man muss immer mehr Geld bezahlen, um Aktien, Immobilien oder Gold zu kaufen. Der Wert des Geldes nimmt damit ab. Mit der Corona-Pandemie erreichen zusätzliche Geldmengen über die Hilfsprogramme der Staaten nun auch die Realwirtschaft. Gut möglich, dass wir bald einen Anstieg der Inflation sehen werden.

Unser Papiergeldsystem gleicht immer mehr einem Kartenhaus. Die Notenbanken haben sich in eine ausweglose Situation manövriert. Sie benötigen immer größere Mengen an zusätzlichem Geld, um das System am Laufen zu halten. Es naht der Zeitpunkt, in dem ein Schock das Kartenhaus zum Einsturz bringen kann. Das monetäre Endspiel des bestehenden Geldsystems steht bevor. Wir alle werden dabei Vermögensverluste erleiden. Besitzer von Geldvermögen werden voraussichtlich zu den größten Verlierern gehören.